Mittwoch, 8. April 2015

Wunschtier Nr 3 aufgefressen!!

Also ein wenig Pech habe ich mit meinen Unterwasserplänen schon, das muss ich jetzt einmal beklagen. Keine Wale in Hawaii, keine Hammerhaie in Tahiti, das Wetter in Neuseeland wegen Zyklon Pam zu schlecht zum Tauchen, und jetzt DAS beim nächsten Versuch, hier in Australien...
Ich bin von meinen Freunden Colin und Pat mal ein paar Tage weggefahren, weil ich in Port Lincoln tauchen und Weiße Haie sehen wollte. Hier kann man mit einem Boot zu den Neptun-Inseln hinausfahren, dann taucht man in einem Stahlkäfig (damit nichts passieren kann), und dann werden die Haie angelockt. Allerdings ist Anfang Februar etwas Außergewöhnliches passiert, da wurde nämlich ein Weißer Hai von einer Gruppe Killerwale angegriffen und getötet. Und seither sind die Haie aus der Gegend verschwunden. Man kann zwar die Tour hinaus zum Haikäfig immer noch machen, sie kostet allerdings fast 500 australische Dollar (ca. 350 Euro), und wenn es dort keine Haie gibt ist mir das schon zu teuer, noch dazu wo das Wetter momentan so kalt und regnerisch ist, dass man eigentlich nicht freiwillig und grundlos ins Wasser möchte.

Ein zusätzliches Pech: auf der Fahrt hierher liegt auch Whyalla, ein Ort, der berühmt dafür ist, dass sich dort im australischen Herbst Tausende Tintenfische versammeln, um sich zu paaren. Tja, und dafür bin ich um einige Wochen zu früh dran, das Ganze beginnt so circa Ende Mai. Also auch diese Unterwasserunternehmung hinfällig.

Ganz untätig wollte ich aber auch nicht sein, wenn ich schon mal die 600 Kilometer fahre, und ich habe natürlich viele Fotos gemacht, die werden jetzt auch präsentiert. Zuerst einmal zur australischen Landschaft, wenn man so im Auto unterwegs ist. Die unterscheidet sich schon sehr von der neuseeländischen. Es gibt sehr wenig Gegend hier in der Gegend. Australien ist zu einem großen Teil Wüste, flaches Land mit wenig sonst. Meist ist es roter Sand (rot wegen dem Eisen darin), aus dem die Wüsten bestehen, dahinter manchmal "mountain ranges" (wir würden Hügel dazu sagen), hier in Südaustralien sind es die "Flinders".
ein wenig Ackerland

Buschland, dahinter Hügel

rote Wüste

die "Red Cliffs" im Spencer Gulf bei Port Augusta

Blick auf Port Lincoln vom Winter Hill Lookout


Obwohl es relativ karge, unwirtliche Landschaft ist hier, gibt es ein reiches Pflanzenleben. Hier einige der Pflanzen, die mir über den Weg gelaufen sind:
eine Art "fette Henne" am Strand

Wüstendistel

seltsam geformter Baum in der roten Wüste

Eukalyptusblüte auf einem jungen Baum

Eukalyptusblüte auf einem alten Baum

Blümchen auf dem Winter Hill


Auch ein paar Tiere habe ich zu bieten (mehr dann später). Am Straßenrand hätte ich sogar drei Emus gesehen, aber da konnte ich leider nicht einfach so stehenbleiben, um sie zu knipsen...
eine winzige Eidechse, die sich zu sonnen versucht
(es war leider nicht viel Sonne da)

Galahs (Rosakakadus) in Port Augusta

diesen winzigen Gesellen habe ich unter einem Stein
entdeckt - ich glaube, es ist ein Gecko
ein Floß voller Kormorane (in Australien "shag" genannt)

und vier Möwen am Strand, die anscheinend gerade übten,
wie die Beatles auf Abbey Road zu gehen    :)


 
Nun ein paar Bilder von den Städten entlang des Weges. Naja, zumindest von denen, in denen ich Halt gemacht habe:
Port Pirie Museum

Port Pirie Carn Brae House (wäre zu verkaufen!)

Port Germeine Lighthouse

Port Germeine Jetty - einer der längsten der Welt

Port Augusta Water Tower

Port Augusta Town Hall

Port Augusta Regenbogen

Port Augusta Sonnenuntergang

Cowell Commercial Hotel

Cowell Town Square

Arno Bay Bay

Arno Bay Bay

Port Lincoln Bay

Port Lincoln Civic Hall

Port Lincoln: Makybe Diva Memorial


Tja, und ein Jubiläum ist heute wieder zu feiern: es sind genau 6 Monate, seit ich aus Salzburg abgereist bin. Ich bin also jetzt bereits ein halbes Jahr unterwegs!

Eine kleine Nebenbemerkung sei mir wieder mal gestattet: es war ja gerade Ostern, und eine Freundin hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass in Australien der Osterhase verpönt ist. Wie es auf dieser Webseite heißt: "Very young children are indoctrinated with the concept that bunnies are nice soft fluffy creatures whereas in reality they are Australia's greatest environmental feral pest and cause enormous damage to the arid zone."
Also: es lebe der Osterbilby!

Samstag, 4. April 2015

Lower Hermitage

igentlich bin ich momentan ja nicht in Adelaide, sondern ca. eine halbe Autostunde außerhalb von Adelaide, in den Adelaide Hills, genau gesagt in Lower Hermitage. Hier darf ich bei ganz lieben Freunden wohnen, bei Colin und Pat:
Sie haben ein Haus auf einem wunderschönen Grundstück hier heraußen - man sieht bis zum Meer wenn das Wetter gut genug ist...
Auf dem Grundstück gibt es viele Bäume, Teiche, einen kleinen Fluss, es ist wirklich herrlich hier, wunderbar zum Spazierengehen, mit den beiden Hunden (hier einer davon, Daisy),
 und auch die Kängurus kommen gerne auf Besuch, manchmal bis ganz zum Haus:


Allerdings gab es im Jänner einen schweren Buschbrand in den Adelaide Hills. Colin und Pats Grundstück war davon ziemlich betroffen. Die Feuerwehr konnte das Haus beschützen, aber viele Bäume hat es erwischt, den Geräteschuppen mit allem was darin war, und den Nutzwassertank vor dem Haus auch - der ist ganz schön dahingeschmolzen.






Manche Bäume hatten Glück, sie sind bloß unten herum ein wenig verbrannt; und die Eukalyptus-Bäume hier haben sowieso die faszinierende Eigenschaft, dass sie nach einem Brand sehr schnell wieder austreiben. Die grünen Triebe an manchen sind schon gut einen halben Meter hoch:




Die Natur macht also bereits viel von dem wett, was dem Brand zum Opfer gefallen ist. Mit den von Menschenhand gemachten Dingen ist es ein wenig schwerer, und deswegen ist momentan hier viel zu tun. Ich mache sozusagen hier einen "working holiday". Ein paar der Jobs, die wir in den letzten Tagen erledigt haben, immer mit Hilfe von Colin und Pats Söhnen und Enkeln:
ein verbrannter Suzuki

musste in kleine Teile zerlegt werden

damit er leichter abtransportiert werden kann - das war
eine lustige Arbeit

wir haben Pflanzen gesetzt, hier zum
Beispiel einen Rhabarber im Garten

und hier Büsche entlang des Zufahrtsweges




auf der Zufahrtsstraße gab es Schlaglöcher zu füllen

Bäume und Baumstämme mussten ausgegraben werden


zersägt werden

und aufgestapelt werden




Vieles was man hier angreift ist immer noch voll Ruß. Und deshalb sieht man am Ende des Tages nicht mehr sehr präsentabel aus. Sorry für dieses schlechte Bild, ich kann das mit den Selfies noch nicht so gut...