Mittwoch, 29. Oktober 2014

Ein Vulkan, die Mitte der Welt, und nochmal das Wasser (Untertitel: "Back Home Again")

Heute stand eine Tour zur "Mitad del Mundo" auf dem Programm, zur so genannten "Mitte der Welt". Später dazu Genaueres, zuerst sind wir daran nämlich vorbei gefahren und haben den Krater des erloschenen Vulkans Pululahua (auch "Pululagua" geschrieben) besucht:



Daran war jetzt nicht viel Bemerkenswertes, man erkennt nicht mehr, dass das einmal ein Vulkan war, er ist anscheinend vor 2500 Jahren zum letzten Mal ausgebrochen, dann in sich zusammen gestürzt, und der Boden im Krater ist jetzt fruchtbares Ackerland, das von ca. 200 Bauern hauptsächlich zum Anbau von Mais, Bohnen und Obst genützt wird. Das Interessanteste an der ganzen Sache war, dass wir dafür den Äquator überquerten und uns wieder auf der Nordhalbkugel der Erde befanden. Als ich den Fahrer fragte, ob wir jetzt in der nördlichen Hemisphäre wären, und er bejahte, meinte Karen, eine Mitreisende aus Alaska: "We're back home again!"

Danach kamen zwei Besichtigungs-Stopps zum Thema "Äquator". Der erste Stopp war eine Art Völkerkundemuseum, das Museo de Sitio Intiñan,
mit Informationen über die Kulturen in Ecuador und umgebenden Ländern,
so machten Amazonasindianer Schrumpfköpfe

das Innere einer Indianerhütte (mit Erläuterungen)

eine Begräbnisstätte der Quitu-Kultur

Steinstatuen aus diversen Ländern in der Nähe
mit Tieren aus diesen Ländern,
ein Kondor (leider nicht echt)

Meerschweinchen, diesmal in Komplettausstattung, incl. Fell, nicht zum Essen bestimmt,

ein Lama, das anscheinend nicht so gern beim Essen fotografiert werden wollte
und Pflanzen aus diesen Ländern;
ein Avocadobaum
 
eine blühende Agave

keine Ahnung was das ist

ein Christusdorn

eine Orchideenart (?)
das Interessanteste war jedoch die Äquatorlinie, denn die stimmt hier im Museum genau:

da muss man sich natürlich mit einem Bein südlich und einem nördlich fotografieren lassen
noch interessanter die entlang der Linie aufgestellten kleinen wissenschaftlichen Instrumente bzw. Experimente, die z.B. zeigten, dass der Gleichgewichtssinn schlechter ist, wenn man genau auf dem Äquator geht, dass man hier leichter ist, weil die Entfernung zum Erdmittelpunkt weiter ist und damit die Gravitation schwächer, dass es leichter ist, ein Ei auf einem Nagel zu balancieren:
Steve und Karen aus Alaska

mein Ei steht - dafür bekamen wir am Ende sogar ein Zertifikat!  :)
hier eine Sonnenuhr, die genau entlang des Äquators aufgestellt ist, und auf der man die Zeit ein halbes Jahr lang auf der Vorderseite ablesen muss, das andere halbe Jahr lang auf der Rückseite, und an zwei Tagen im Jahr zeigt die Uhr gar nichts an, weil da die Sonne genau über dem Äquator steht:
vorn ist die Sonnenuhr, hinten eine Steinstatue aus Mexiko


ODER, und hier wären wir noch einmal beim Thema "Wasserabfluss", ein Experiment, das zeigt, dass direkt am Äquator das Wasser einfach gerade nach unten abfließt, ohne überhaupt einen Strudel zu bilden (dazu wurde in einem gefüllten Wasserbecken der Stöpsel rausgezogen, die Blätter sind im Wasser, um die Wasserbewegung besser nachvollziehbar zu machen):
geht man mit derselben Wanne 2 Meter nach Süden, fließt das Wasser mit einem Strudel im Uhrzeigersinn ab:
und dann, 2 Meter nördlich der Äquatorlinie, fließt das Wasser mit einem Strudel gegen den Uhrzeigersinn ab:
Ich weiß, Fotos sind kein guter Beweis, vor allem, nachdem ich dieses Thema mit Beteiligung von zwei Lesern bereits eher kontroversiell abgehandelt habe. Aber ich hatte leider schon ziemlich schwache Batterien in der Kamera und wusste nicht, wie lange die noch halten würden. UND ich habe genau das, was uns hier gezeigt wurde, eh auf Youtube wieder gefunden, also hier der Link zu bewegten Bildern für all jene, die noch immer skeptisch sind. Ich glaub das inzwischen - alle Experimente, die ich bisher mit eigenen Augen gesehen haben, bewiesen obige Theorie!
PS: manche (skeptische) Leser glauben, dass hinter diesem Experiment ein Trick steckt... Ich glaube, das Thema wird uns noch länger beschäftigen. Auf Wikitravel habe ich hier ebenfalls eher abfällige Bemerkungen über diese Experimente gefunden (man muss ein wenig runter scrollen bis zu "Sightseeing").

Der letzte Stopp, dort, wo beim Denkmal "Mitad del Mundo" schon ein richtiges kleines touristisches Dorf mit Museen, Restaurants und natürlich Souvenirläden entstanden ist, führt eigentlich in die Irre, denn die Äquatorlinie, die hier eingezeichnet ist, ist laut Internet um etwa 240 Meter falsch. Das war dennoch eine beachtliche Leistung, wenn man bedenkt, dass dies im Jahr 1736 ausgemessen wurde. Das Denkmal ist jüngeren Datums (ca. 30 Jahre alt).



Dienstag, 28. Oktober 2014

Quito

Wieder ein paar Superlative gefällig? Die höchst gelegene Hauptstadt der Welt. Diejenige Hauptstadt, die dem Äquator am nähesten liegt. Und die erste Hauptstadt, die (1978, zusammen mit Krakau) zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurde.

Mein Flug hierher gestern war ein wenig aufregend. Nicht nur, dass er ein paar mal geändert worden war und ich nicht wirklich sicher wusste, ob ich um 12h25 oder doch um 9h fliegen würde (ich fuhr auf 10h zum Flughafen, und alles war in Ordnung, ich konnte ohne Probleme für den Flug um 12h25 einchecken). Außerdem hatte, als wir gerade mitten im Boarding waren, eine Mitreisende einen epileptischen Anfall im Flugzeug und musste zuerst ärztlich versorgt, dann von Bord gebracht werden. Wir starteten mit einer 45minütigen Verspätung, waren allerdings ziemlich rechtzeitig in Quito. Ach ja, fast hätt ich's vergessen: die Fußball-Mannschaft des peruanischen Clubs UCV war auch im Flugzeug und wurde vom Piloten extra begrüßt. Sie waren auf dem Weg zu einem Match in La Paz, Bolivien.

Zurück zur Stadt Quito. Sie ist einiges kleiner als Lima, "nur" ca. zweieinhalb Millionen Einwohner, weniger hektisch, allerdings habe ich vom Hotel diesmal weiter in die Altstadt, weil das Hotel am Stadtrand liegt. Hier ist es allerdings sicherer, auch nachts. Für Quito findet man im Internet dieselben Warnhinweise wie für Lima, am Flughafen habe ich bereits eine Broschüre mit Sicherheitshinweisen bekommen (z.B. in welche Taxis man einsteigen sollte, und in welche besser nicht), und man sieht auf Schritt und Tritt Polizisten.

Quito ist zwar schön, aber wie gesagt kleiner als Lima, überschaubarer, und mein Spaziergang heute hat mich an ziemlich alle sehenswerten Plätze geführt. Ich glaube, diesmal wird es nicht, wie in Santiago oder Lima zuvor, einen Eintrag "Quito 2" geben.

Noch ein Wort zum Wetter: das ist hier bisher vormittags sonnig und eher warm, wird aber so gegen 13 bis 14h regnerisch bis wolkenbruchartig. Man sieht es auf den Bildern - die Wolken werden von mal zu mal bedrohlicher. Ich habe es heute allerdings geschafft, genau zu Beginn des Regens wieder zurück im Hotel zu sein.

Jetzt aber die Bilder:

die Kirche San Sebastian

der Arco de el Ejido am Eingang zum gleichnamigen Park
wo man einen Markt mit indigenen Produkten findet

oder auch eine Bibliothek . . .

ein Stückchen weiter der Parque Alameda

mit Quito-Palmen; und wer wieder mal ein Bild von mir haben will: siehe unten


in diesem Park findet man auch das Observatorio Astronómico,

ein Denkmal an die Wissenschaftler, die den Äquator vermessen haben,

sowie ein Denkmal für Simon Bolivar

dann kommt man zur Basilica del Voto Nacional
hier noch einmal, später, von der Altstadt aus gesehen

das Teatro Sucre am Plaza del Teatro

die Kirche San Agustin
und dann sind wir am Plaza Grande, hier der Palacio de Carondelet (der Präsidentenpalast)
das Hotel Plaza Grande (Palacio Hidalgo)
hier die ganze Längsseite des Platzes - am Hotel Plaza Grande der Palacio Arzobispal


der Präsidentenpalast füllt alleine eine ganze Seitenlänge des Platzes aus
die dritte Seite des Platzes bildet die Catedral Metropolitana (Catedral Primada de Quito)

im Zentrum des Platzes: ein Denkmal für die Helden des 10. August 1809 (Tag der ersten Unabhängigkeitserklärung)
in der Calle Garcia Moreno kommt man zur Iglesia de la Compañia de Jesus

und zur ehemaligen Banco Central de Ecuador, jetzt ein Museum
hier hat man einen schönen Blick auf den Panecillo-Hügel mit der Statue der "Virgen de Quito"

auf der Plaza Sucre findet man die Iglesia de Santo Domingo

sowie ein Denkmal für den ecuadorianischen Nationalhelden Antonio José de Sucre y Alcalá

nicht weit davon das Museo de Ciudad Quito
und die Kirche la Merced

auf dem Heimweg ist der Himmel über der Basilika schon bedrohlicher

hier noch eine schöne höhere Schule (Colegio 24 de Mayo)

und, zu guter Letzt, im Parque el Ejido ein Denkmal für den ehemaligen Präsidenten José María Velasco Ibarra



Zum Abschluss wieder einmal ein paar meiner typischen Randbemerkungen:

die meisten öffentlichen Busse heißen hier "Volksbus", weil sie von VW sind;
also ein sehr kommunistischer Name, aus einem sehr kapitalistischen Anlass

meinem Hotel gegenüber steht diese Bank - zuerst dachte ich, sie hätte etwas mit Österreich zu tun . . .

und - sensiblere Leser bitte wegschauen - was DAS ist weiß ich selber nicht, es lag im Gras
vor meinem Hotel und war ca. 10cm lang und ziemlich tot;
hier sind mal die biologisch Gebildeten gefordert (glaub ich jedenfalls):
wer weiß, welches Tier das ist, bitte verratet es mir!