Mittwoch, 5. November 2014

Kulturmittwoch in Quito

Was macht man, wenn man in einer Stadt schon so ziemlich alles Wichtige gesehen hat, aber noch einen Tag hier verbringt - und, wie fast täglich, ab Mittag wieder schwarze Regenwolken drohen? Nun, man geht ins Museum und besucht den Präsidenten!

Casa del Alabado - Museo de Arte Precolombino
Also das Museum mit Kunst aus der Zeit, bevor die Spanier kamen. Über die Geschichte, den Zweck oder die Bedeutungen der einzelnen Kunststücke wurde nicht viel erläutert - vor allem nicht auf den englischen Tafeln. Aber alles war recht beeindruckend, entstanden teilweise vor 1000 oder mehr Jahren, sehr kunstfertig, und manchmal so frappierend ähnlich dem, was wir "moderne Kunst" nennen, dass man glauben könnte, die modernen Künstler hätten hier abgeschaut...



diese Vase hat mich als Mathematiker fasziniert -
fast ein perfekter Dodekaeder




















Plaza de San Francisco
An dem musste ich vorbei, und dabei schaute ich kurz in die quitanische Franziskanerkirche hinein. Die ist reich verziert, das muss man ihr lassen:

Auf dem Platz vor der Kirche fand eine Veranstaltung der JNDA statt, der "Junta Nacional de Defensa del Artesano" - da ging es wohl um die Freiheit der Kunst, vermute ich mal; viel verstanden habe ich nicht, aber die Redner klangen sehr aufgewühlt und hitzig.




Der Präsidentenpalast (Palacio de Carondelet)
Man muss sich anstellen und registrieren lassen, dann darf man an einer Besichtigung der Innenräume des Präsidentenpalastes teilnehmen. Nach einer Sicherheitskontrolle wie am Flughafen, versteht sich. Aber es lohnt sich, es sind sehr prunkvolle Räume und Ausstellungsstücke, die man zu sehen bekommt. Der Präsident hat alle Staatsgeschenke, die er bei Staatsbesuchen erhalten hat, auch hier ausgestellt. Er heißt übrigens Rafael Vicente Correa Delgado, ist ein Jahr jünger als ich und seit 2007 Präsident in Ecuador. Hier nun, was man in seinem Haus so zu sehen kriegt:
an den Wachen muss man vorbei
einer der beiden Innenhöfe im Palast

der Sitzungssaal

Blick nach oben auf dem Balkon des Palastes

Blick auf den Platz - das Hotel und der Sitz des Erzbischofs

von hier oben kriegt man sogar die ganze Basilika auf ein Bild

der Festsaal, wo Bankette für Staatsgäste stattfinden
Staatsgeschenke aus der Türkei und China

Staatsgeschenk aus Russland (hätte wohl NIEMAND erraten...)

Orden und Ehrenzeichen, die der Präsident bekommen hat

Geschenke aus Afrika, Indonesien und Ecuador
und schließlich der Präsidentensaal - hier hängen Bilder
der meisten bisherigen Präsidenten

und hier sitzt er bei feierlichen Anlässen,
hinter ihm die Flagge






Quito im Regen

Danach war es ca 14 Uhr und draußen hatte, wie üblich um diese Zeit, gerade wieder ein heftiges Gewitter begonnen, mit sturzbachartigen Regengüssen. Ich setzte mich in ein Restaurant, aß eine Kleinigkeit, und spazierte im Regen, der schön langsam nachließ, Richtung Hotel zurück. Das gehört halt einfach auch zu Quito, deshalb geht man hier nie ohne Regenschutz aus dem Haus...



einen Markt hab ich noch entdeckt

den Sitz der Regierung der Provinz Pichincha

und ein Denkmal für Alexander von Humboldt, der den gleichnamigen
Meeresstrom erfunden hat und damit Schuld ist, dass das Meer auf den
Galapagos-Inseln immer relativ kalt ist;
dafür scheinen Hunde ihn zu lieben...






Abschied von Ecuador

Naja, und mit diesem Tag geht auch der Aufenthalt in Ecuador für mich zu Ende. Das dritte Land liegt fast hinter mir. Ein Monat genau dauert meine Reise jetzt bereits. Morgen werde ich die Südhalbkugel für ein ganzes Weilchen verlassen, über den Äquator fliegen, und mal ein wenig "sesshaft" werden... Mein letztes Foto von Quito:


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