Freitag, 24. Oktober 2014

Lima

Lima - Hauptstadt von Peru, 9-Millionen-Stadt, drittgrößte Stadt Südamerikas, fünftgrößte Stadt beider Amerikas, 43 Bezirke, hohe Luftfeuchtigkeit, aber fast nie Regen, dafür auch kaum Sonne, meistens grauer Himmel, aber die Umgebung von Lima ist eine der trockensten Wüsten der Welt. Lima ist eine der ärmsten Städte der Welt, total überbevölkert und vollgestopft mit Autos und Menschen. Und mir noch immer ein wenig unsympathisch, nicht nur deswegen, weil man im Internet so viel darüber liest, wie gefährlich es hier ist... Andererseits - jetzt bin ich bereits eineinhalb Tage hier, und wirklich gefährlich ist mir noch nichts vorgekommen. Aber wenn man herumgeht ist alles furchtbar hektisch, vor allem, wenn man eine Straße überqueren muss.
Jede größere Kreuzung ist eigentlich super geregelt, durch Ampeln, die sekundengenau anzeigen, wie lange die jeweilige Grün- oder Rotphase noch dauert. Doch auf vielen Kreuzungen stehen zudem noch solche Verkehrspolizisten-Kistchen, gesponsert offensichtlich von Coca Cola (denen gehört ja Inca Kola), und die Verkehrspolizisten können sich nach eigenem Gutdünken ins Geschehen einmischen. Das bedeutet, dass die Ampel vielleicht zeigt, dass noch 65 Sekunden grün ist für Fußgänger, der Polizist aber die Autos fahren lässt und man unter die Räder kommt, wenn man sich auf die Ampel verlässt. Ampeln bedeuten sowieso für die Fahrer hier bloß eine Empfehlung, wenn sie auf rot stehen heißt das noch lange nicht, dass das Auto (vor allem die Taxis!) stehenbleibt. Und auch die Fahrspuren werden heftigst ignoriert, gewechselt, vor Ampeln werden aus 3 Fahrspuren plötzlich 5, und überhaupt gilt eigentlich bloß die Regel, dass derjenige Vorfahrt hat, der am schnellsten ist oder am lautesten hupt...

Wenden wir uns den schöneren Dingen zu, den Sehenswürdigkeiten, die ich heute auf meiner Stadttour kennengelernt habe:

Zuerst wäre da der Parque de la Exposición, der anlässlich der Weltausstellung im Jahr 1872 in Lima errichtet wurde. Das Jahr 1872 war auch der 50. Jahrestag der Unabhängigkeit Perus.
Der Park liegt meinem Hostel direkt gegenüber, ist anscheinend bei den Limeños sehr beliebt, beinhaltet eine Menge sehr schöner Gebäude und Pavillions, die von verschiedenen Nationen gespendet wurden, und das Hauptgebäude ist jetzt das Museo de Arte, das ich gestern bereits erwähnt habe.
der italienische Pavillion
das Museo de Arte (Rückansicht)

Gleich um die Ecke ist der Paseo Colon (früher 9 de Diciembre), also eine Straße, die nach Christoph Columbus benannt ist. Hier steht auch ein Denkmal für ihn:
Er drückt einer halbnackten (bedeutet also wohl "unzivilisierten") Ureinwohnerin ein Kreuz in die Hand und scheint sie zu segnen. Auch eine Art, die Sache zu sehen. Obwohl Columbus ja wenig dafür konnte, was den Ureinwohnern später alles angetan wurde...

Wir gehen aber jetzt weiter Richtung Stadtzentrum und kommen auf den Paseo de los Heroes Navales. Hier gibt es zu sehen:
das zugehörige Denkmal für die Helden der Marine
den Palacio de Justicia

das Museo de Arte Italiano

sowie das Edificio Rimac, früher Palast, jetzt Bürogebäude

Wenn man einen kurzen Umweg Richtung Süden macht, findet man in der Nähe der Plaza Francia die hübsche Iglesia la Recoleta:


Nicht weit davon kommt man auf die Plaza San Martin, José Francisco de San Martín gewidmet, dem Befreier Perus von der spanischen Herrschaft. Logischerweise steht im Zentrum des Platzes eine Statue für ihn:
 
 

Man kommt nun in die Fußgängerzone, das ist hauptsächlich die Straße Jirón de la Unión. Wie in großen Städten üblich reiht sich hier ein exklusives Geschäft an das nächste. Mir in die Augen gestochen ist allerdings nur die Iglesia la Merced, mit einer überladenen Fassade:
 

Bevor man auf den Hauptplatz kommt noch schnell eine Abzweigung nach rechts genommen, in der Calle Ucayali, gibt es folgendes zu bewundern:
das ehemalige Gebäude der Banco de Reserva del Peru, jetzt ein Museum

der Palacio de Torre Tagle, in dem jetzt das Außenministerium untergebracht ist

und die Iglesia San Pedro

Um die Spannung auf den Hauptplatz noch ein wenig zu erhöhen, gehen wir zuerst noch Richtung Fluss. Hier bietet sich wieder einer unserer beliebten Quizzes an: wie heißt der (größte) Fluss, an dem Lima liegt? Gewusst? Die Auflösung gibt es bei einem Bild weiter unten. Auf jeden Fall erreichen wir zuerst die Franziskanerkirche - halt nicht die salzburgische...
Iglesia y Convento de San Francisco
berüchtigt für die vielen Tauben
das Innere der Kirche
und der Innenhof des Konvents, mit wunderschönen, alten Fliesen

Katakomben gibt es auch zu besichtigen, die sind ganz schön gruselig, über 25.000 Menschen wurden dort beerdigt, und ihre sterblichen Überreste sind hier teils in "schönen", regelmäßigen geometrischen Mustern angeordnet. Dort durfte man halt nicht fotografieren, aber wer einen Eindruck haben möchte: hier ist ein LINK.


Durch den Parque de la Muralla mit dem Denkmal für Francisco Pizarro (das war im Gegensatz zu Christoph Columbus der wirklich Schlimme!) kommt man nun zum Rio Rimac, dem Hauptfluss Limas.
 

Ich kann leider kein Bild anbieten, da der Fluss momentan umgeleitet ist, um Viadukte zu bauen.

Jetzt müssen wir nur noch vorbei an der Casa de la Literatura Peruana,
und wir sind am Plaza de Armas, der hier eigentlich Plaza Mayor genannt werden will (man verzeihe mir übrigens, dass ich bei spanischen Worten wie z.B. "Plaza" nie recht weiß, ob ich "die" oder "der" davorsetzen soll):
die Basilica Catedral
daran angebaut der Palacio Arzobispal
daneben der Palacio de Gobierno, der Sitz des Präsidenten und der Regierung
gut bewacht, wie man sieht - der Mann ist ja auch mit den modernsten Waffen ausgerüstet...
und schließlich der Palacio Municipal, das Rathaus Limas
daneben weht die Flagge von Peru, vor der sich viele Peruaner fotografieren
um die Ecke, auf der Hinterseite des Palacio de Gobierno, sieht man, dass er doch gut bewacht ist...

Momentan findet in Lima das "Festi árbol" statt, das Fest der Bäume. So wie in Salzburg vor einigen Jahren bunte, individuell bemalte Statuen von Kühen aufgestellt waren, stehen hier im Stadtzentrum 53 künstliche Bäume herum. Ziel und Hintergrund des Ganzen ist der Umweltschutz.


Auf Nebenplätzen der Plaza Mayor findet man noch die Casa de Aliaga, das angeblich älteste Haus in beiden Amerikas, erbaut 1535 bei der Stadtgründung Limas:

das Foto, muss ich zugeben, ist aus dem Internet gestohlen, denn hinein darf man nur selten
 
daneben ein sehr schmucker kleiner Markt

sowie das Hauptpostamt und die Iglesia Santo Domingo


Eine Kleinigkeit noch: überall in Lima fallen große schwarze Vögel auf, die hoch am Himmel kreisen. Viele von ihnen saßen auf der Kathedrale, wenn sie gerade nicht kreisten, und da fragte ich unseren Führer, ob das Kondore wären. Er lachte mich aus, und meinte, Kondore seien viel größer und könnten nur in den Anden fliegen, aber dass dies sehr wohl Geier wären, ich glaube nach Recherchen im Internet, es sind Rabengeier. Auf einer Kirche im Bezirk Barranco bei einer anderen Tour habe ich die Tiere ganz gut fotografieren können - hier bitte:

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