Mittwoch, 22. Oktober 2014

Wartung der Ausrüstung - y más

Für heute waren kleinere Arbeiten geplant. Alle, die sich eine Weltreise nur romantisch und abenteuerlich vorstellen, vergessen, dass man auch ständig sein Zeug dabei haben und drauf schauen muss.
Da wäre zuallererst mal die Kleidung. Die ist total optimiert, man hat absolut nur das mit, was man wirklich braucht, und auch nur in geringen Stückzahlen. Jedes Wäschestück hat ein vorher genau berechnetes Haltbarkeitsdatum und eine genaue Tragdauer. Das ist jetzt nicht so lang, wie mancher befürchtet, aber auch wieder nicht besonders kurz - Hygienefanatiker könnten sehr wohl Probleme bekommen...
Auf jeden Fall hat sich in den ersten 2 Wochen bereits viel Wäsche angesammelt (siehe Bild), sodass ich geplant hatte, heute einen Waschtag einzulegen. In Hostels gibt's üblicherweise Waschmaschinen und Trockner, die mit Münzeinwurf funktionieren.
Hier in Peru gibt es aber noch was besseres, das ich schon aus Thailand kenne: überaus günstige Wäschereien. Diejenige, die mir im Hostel empfohlen wurde, verlangt 3 Soles für ein Kilo Wäsche! Das ist nicht mal ganz ein Euro. Meine Wäsche war 2,58kg schwer, sodass die Rechnung gesamt 7,70 Soles ausmachte, nach genauem heutigem Umrechenkurs 2,1 Euro. Und man bekommt die Wäsche innerhalb von 4 Stunden wieder!

Ein nicht besonders schlimmes Problem betrifft diese Regenüberhose. Ich hab sie mir zugelegt, weil ich befürchtet hatte, dass es in Cusco und vor allem in Machu Picchu sehr regnerisch sein könnte. Ich hab sie einmal getragen, am ersten Abend in Aguas Calientes, und leider bemerken müssen, dass man damit innen nässer wird als außen, denn der Schweiß kondensiert in der Hose, sodass meine Jeans darunter völlig durchnässt war. Eine Fehlinvestition also, nicht sehr arg, das Ding hat bloß 16 Euro gekostet. Fürs nächste Mal muss ich es mir halt merken. Und jetzt muss ich sie loswerden, ist ja bloß unnützer Ballast. Vielleicht kann ich sie jemandem im Hostel schenken?


Dritte und für mich größte Sorge: die Hauptschnalle an meinem Rucksack fing an zu brechen. Das darf nicht sein, die muss halten, im Rucksack ist ständig das Wichtigste drin, was man bei sich hat. Ich meinte, ich könne vielleicht den einen gebrochenen Ersatzteil kaufen und alles selber reparieren, aber der Rucksack ist halt schon so alt dass man das nicht so leicht findet, und dann noch dazu in einem fremden Land. Aber ich hab nicht mit der Hilfsbereitschaft der Peruaner gerechnet. Jeder, den ich fragte (auch im Hostel) meinte, neben dem Mercado San Pedro gäbe es Handwerker, die das richten. Manchmal wurde ich gewarnt, dass es in San Pedro gefährlich sein könnte wegen Taschendieben, aber ich ging am Ende dann hin.
Und fand diesen Laden. "El Gordito" heißt eigentlich "das Dickerchen". War er aber gar nicht, er war überaus effektiv und geschäftstüchtig und auch handwerklich gut. Er sah sich meinen Rucksack an, meinte, er könne das, ließ mich setzen und den Rucksack ausräumen, sodass ich mit all meinem Zeug auf dem Schoß bewegungs- und handlungsunfähig zusehen musste, wie er 3 Paar Schuhe und meinen Rucksack gleichzeitig reparierte - das war Multitasking in Reinkultur! Er musste für meine Reparatur sogar auftrennen und wieder zunähen, aber es dauerte keine 10 Minuten, und kostete 10 Soles (umgerechnet 2,73 Euro), und der Rucksack war wie neu. Gefällt mir, dieses Land!

Damit hatte ich einen halben Tag gewonnen, denn meine Probleme waren bereits zu Mittag gelöst. Ein Weilchen machte ich Siesta, das hab ich mir hier so angewöhnt, und ich hatte eh viel Blog nachzuholen, danach machte ich mich auf den Weg zu einer alten Inkastadt, die gleich am Nordrand von Cusco liegt: Saqsaywaman bzw. in der anderen Schreibweise Sacsayhuaman.
Man merkt, dass man am Rand der Stadt ist, und dass in Peru nicht nur reiche Leute leben. Allerdings haben die Bewohner hier den besten Blick auf die Stadt...
Nur ein kleines Stückchen weiter erreicht man die Ruinen von Saqsaywaman. Auch hier beeindruckend, wie genau und kunstfertig alles gebaut worden ist - vor allem, dass es mit riesigen Steinen gemacht wurde:


Gegenüber war wohl der Steinbruch:
Manche Bauten schienen einen zeremoniellen Charakter gehabt zu haben:
 
Ein plötzlich aufziehender Platzregen ließ mich allerdings von dort flüchten, vorbei an den üblichen, traditionell gekleideten Souvenirverkäuferinnen am Eingang, mit ihren Alpacas,
(jetzt kenn ich übrigens auch den Unterschied: Alpacas sind viel wolliger, flauschiger, haben einen runderen Kopf und rundere. kürzere Ohren und sind kleiner),
stadteinwärts, zum "Cruz Moqo" auf einer kleinen Anhöhe, mit einem wunderbaren Ausblick auf die Stadt:
Dann ließ der Regen nach, und ich wagte es noch, auf den Nachbarhügel zu klettern, dort oben steht eine große weiße Christusstatue so wie in Rio de Janeiro, und blickt auf die Stadt hinab:
und auch hier, wie überall, Souvenirverkäufer(innen)
Beim Abstieg in die Stadt traf ich noch einen kleinen Hund, der vor einer Tür saß, und mir einen ganz lieben Blick zuwarf,
bis ich schließlich wieder in "meiner" Straße war, der Carmen Alto.





Am Abend wollte ich den Zauber des Plaza de Armas bei Nachtbeleuchtung einfangen, doch siehe da, beleuchtet war hier bloß der Brunnen in der Mitte mit dem Inka-Häuptling, und das leider auch nicht ausreichend genug, sodass diese Bilder nicht wirklich gut wurden. Ich will sie allerdings auch niemandem vorenthalten, der sie sehen will. Bitte nicht schimpfen über die Qualität, ich hab euch gewarnt, und wer die Bilder nicht sehen will und es dennoch tut ist ab hier selber schuld!

 

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