Ich wurde allerdings in der Fußgängerzone bei der Iglesia la Merced aufgehalten, von dort setzte sich eine sehr lange Prozession in Bewegung, die mich ungeheuer faszinierte. Aus allen Landesteilen angereiste Gruppen in fremdartigen, farbenfrohen Verkleidungen trugen Reliquien und Banner vor sich her und tanzten zu selbst gemachter Musik - so etwas habe ich noch nie erlebt, und es war so beeindruckend, dass ich derart viele Fotos geschossen habe, daraus muss ich einen eigenen Blog-Eintrag machen. Erst später habe ich herausgefunden, dass diese Woche in Lima das Fest des Patrons der Stadt gefeiert wird, das Fest des Señor de los Milagros, und der Höhepunkt sind derartige Prozessionen.
Am Ende der Prozession war ich bei der Kathedrale, denn der Umzug hatte dorthin geführt. Sie war tatsächlich zugänglich für die Öffentlichkeit, sodass ich Fotos machen konnte, vom Altar, und von jener Nebenkapelle, in der die Überreste von Herrn "Conquistador" Francisco Pizarro liegen:
Ich ging weiter zum Parlamentsgebäude (Congreso), das ich erst gestern Abend entdeckt habe, um dort auch Fotos bei Tageslicht zu machen, und erlebte eine neue Überraschung: ich wurde hinein gebeten und erhielt von einem sehr freundlichen Guide eine Privatführung (das ist am Wochenende hier anscheinend immer so):
Am Nachmittag machte ich mich noch auf den Weg in einen Park in der Nähe meines Hostels,
den Parque de la Reserva, gleich gegenüber
vom großen Fußballstadion von Lima, und einem kleinen Kirchlein. Der Park ist berühmt für den Circuito Mágico del Agua, eine Ansammlung von 13 Springbrunnen, angeblich der größte Springbrunnenkomplex der Welt. Ob's wahr ist oder nicht, es war angenehm da drin, heute wo es so heiß war, und auf jeden Fall sehenswert:
Abends, wenn es dunkel ist, finden anscheinend richtige, choreografierte Aufführungen statt, in denen - zum Takt von Musik - die Springbrunnen beleuchtet werden und "tanzen". Das muss ich mir wohl fürs nächste Mal aufheben, wenn ich wieder in Lima bin.
Während des Spazierens durch den Park erregte Vogelgekreische meine Aufmerksamkeit, und siehe da, auf einer Palme saß tatsächlich ein Schwarm von grünen Großsittichen, die hier wild leben und frei herumfliegen:
Noch ein paar Randbemerkungen: erstens ein kleiner Junge, der auf seinem Skateboard ganz andächtig der oben erwähnten Prozession zuschaute,
zweitens eine Tanzgruppe in einem (anderen) Park - anscheinend macht hier ein Vortänzer auf einem Podest Musik, führt Tanzbewegungen vor, und jeder/jede, der/die will, macht mit,
sowie drittens die Sonne, die hinter dem Paseo Colon langsam dem Horizont entgegen sinkt. Jetzt ist es wieder diesig, wie gewöhnlich in Lima - jetzt hat alles wieder seine Ordnung.
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