Sonntag, 8. Februar 2015

FranzPol UW Special (Rangiroa Fischfütterung)



Am Donnerstagabend war es, als ich am Ende eines längeren Schnorchelganges über mir Möwen kreischen hörte und einige Menschen am Strand stehen sah. Dort hatte ein Fischer seinen Fang gesäubert und die Reste, hauptsächlich Fischköpfe, davon die meisten von Langnasen-Doktorfischen, wieder ins Meer geworfen. Das lockt, neben Möwen und anderen Seevögeln, meist auch Haie an, also schwamm ich hin.

Es war die Hölle los dort. Mindestens fünf Stachelrochen, unzählige kleinere Fische (hauptsächlich die sonst so niedlichen Falterfische) und mindestens ein Dutzend Haie versuchten, möglichst viel von dem köstlichen Mahl zu erwischen.

Dabei waren die kleinen Fische die findigsten, sie lokalisierten die Fischreste immer am schnellsten, wo sie waren lag sicherlich ein Fischkopf, und darauf konnte ich dann meine Kamera richten. Die nächsten waren die Rochen, die die Beute fanden, allerdings konnten sie die Fischköpfe nicht im Ganzen fressen, sie konnten bloß Stücke davon abbeißen, dazu mussten sie sich mit ihrem Maul genau darüber befinden.

Am ungeschicktesten stellten sich allerdings die Haie an. Sie dürften nicht besonders gut sehen, denn sie schwammen oft ganz knapp an den Fischresten vorbei, kreisten darüber, schwammen wieder weg, kamen wieder her, beim zweiten Mal näher aber immer noch daneben, bis sie, sozusagen mit Trial-and-Error-System (so machte es zumindest den Anschein), dann doch wieder mal den einen oder anderen Fischkopf fanden.

Auf jeden Fall gab es ein großes Gewimmel da unter Wasser, und für mich die Gelegenheit, ein paar wirklich ganz gute, fast wollte ich schreiben „spektakuläre“, Bilder zu machen, mit Haien beim Fressen, Haien und Rochen im gegenseitigen Wettkampf um Beute, Haien, die ganz dicht an mich rankamen weil ich die Kamera ganz fest auf einen Fischkopf gerichtet hatte…

Hier waren die Schwarzspitzen auf einmal ganz und gar nicht mehr scheu oder feige, sie verhielten sich plötzlich ganz anders. Da gingen sie auch gegen einander, allerdings nie gegen einen Rochen oder gegen mich. Wenn man ganz genau schaut, sieht man auf einem Foto die Bissspuren nahe der Rückenflosse eines Haies.

Tja, und so kam es, dass mein intensivstes UW-Erlebnis in Rangiroa ganz zufällig zustande kam, und das auch noch völlig gratis. Life is what happens to you while you’re busy making other plans! (John Lennon)






























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