Am Donnerstagabend war es, als ich am Ende eines längeren
Schnorchelganges über mir Möwen kreischen hörte und einige Menschen am Strand
stehen sah. Dort hatte ein Fischer seinen Fang gesäubert und die Reste,
hauptsächlich Fischköpfe, davon die meisten von Langnasen-Doktorfischen, wieder
ins Meer geworfen. Das lockt, neben Möwen und anderen Seevögeln, meist auch
Haie an, also schwamm ich hin.
Es war die Hölle los dort. Mindestens fünf Stachelrochen,
unzählige kleinere Fische (hauptsächlich die sonst so niedlichen Falterfische)
und mindestens ein Dutzend Haie versuchten, möglichst viel von dem köstlichen
Mahl zu erwischen.
Dabei waren die kleinen Fische die findigsten, sie
lokalisierten die Fischreste immer am schnellsten, wo sie waren lag sicherlich
ein Fischkopf, und darauf konnte ich dann meine Kamera richten. Die nächsten
waren die Rochen, die die Beute fanden, allerdings konnten sie die Fischköpfe
nicht im Ganzen fressen, sie konnten bloß Stücke davon abbeißen, dazu mussten
sie sich mit ihrem Maul genau darüber befinden.
Am ungeschicktesten stellten sich allerdings die Haie an.
Sie dürften nicht besonders gut sehen, denn sie schwammen oft ganz knapp an den
Fischresten vorbei, kreisten darüber, schwammen wieder weg, kamen wieder her,
beim zweiten Mal näher aber immer noch daneben, bis sie, sozusagen mit
Trial-and-Error-System (so machte es zumindest den Anschein), dann doch wieder mal
den einen oder anderen Fischkopf fanden.
Auf jeden Fall gab es ein großes Gewimmel da unter Wasser,
und für mich die Gelegenheit, ein paar wirklich ganz gute, fast wollte ich
schreiben „spektakuläre“, Bilder zu machen, mit Haien beim Fressen, Haien und
Rochen im gegenseitigen Wettkampf um Beute, Haien, die ganz dicht an mich
rankamen weil ich die Kamera ganz fest auf einen Fischkopf gerichtet hatte…
Hier waren die Schwarzspitzen auf einmal ganz und gar nicht mehr
scheu oder feige, sie verhielten sich plötzlich ganz anders. Da gingen sie auch
gegen einander, allerdings nie gegen einen Rochen oder gegen mich. Wenn man
ganz genau schaut, sieht man auf einem Foto die Bissspuren nahe der
Rückenflosse eines Haies.
Tja, und so kam es, dass mein intensivstes UW-Erlebnis in
Rangiroa ganz zufällig zustande kam, und das auch noch völlig gratis. Life is
what happens to you while you’re busy making other plans! (John Lennon)

























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