Sonntag, 8. Februar 2015

FranzPol UW Teil 3 (Rangiroa)

Rangiroa hat mich taucherisch irgendwie enttäuscht. Ich habe vor der Reise im Internet gelesen, dass das Tauchen hier so wundervoll sein soll, alles so naturbelassen, so viele UW-Lebewesen, unter anderem auch die großen Tiere, Mantas, Marlins und Hammerhaie. Die Hammerhaie sieht man am ehesten von Dezember bis Februar. Ich habe mir also viel erwartet, und das ist immer schlecht, denn hohe Erwartungen werden meistens enttäuscht. Tauchen findet hier fast ausschließlich an einer Stelle statt, dem Tiputa-Pass, einem Durchgang zwischen zwei Motus, wo sich nicht nur die großen Tiere, sondern eben auch viele Taucher versammeln (und letztere sorgen leider dann wieder dafür, dass die Tiere sich verstecken und die Korallen nicht mehr sehr schön sind dort). Das Tauchgebiet ist dort sehr tief, bis zu 55 Meter, und es herrscht immer starke Strömung. Man muss tief tauchen und gegen Strömung ankämpfen, keine guten Voraussetzungen für Tauchgänge, man braucht viel Luft, die Sichtbedingungen sind oft schlecht, man muss sehr aufpassen wegen der Tauchgrenzen.

Eine Tauchschule, bei der ich war, machte das mit Nitrox-Befüllung der Tauchflaschen, was sie mich am ersten Tauchtag "gratis ausprobieren" ließen. Die andere Tauchschule, zu der ich danach wechselte, weil mich diese Zwangsbeglückung nicht sehr glücklich gemacht hatte, hat mit Dekompressionszeiten gearbeitet, das hat mir noch weniger gefallen.

Zudem sind die Sichtungen großer Tiere (abgesehen von den Delfinen) ausgeblieben, ich habe deshalb nach zwei Tauchtagen das Tauchen sein lassen und geschnorchelt bzw. mich zwei Tage lang ausgerastet, als meine Verdauung Probleme machte.

Nichtsdestotrotz habe ich beinahe 1500 UW-Fotos in dieser Woche hier gemacht, und es war sehr schwer, daraus auszuwählen, dabei bin ich auch lange gesessen. Am Ende sind 70 Bilder übrig geblieben, ich glaube, das ist mehr als die Fotos von den anderen Inseln zusammen...


Zuerst mal die schlechten Bilder (wenn man jemanden fragt, ob er das Schlechte oder das Gute zuerst wissen will, wählen die meisten Leute das Schlechte): Mist. Man glaubt gar nicht, was man hier alles UW so findet. Die Leute hier schätzen leider nicht, was sie haben, und legen auf "Umweltschutz" nicht so viel Wert.









Die allermeisten Bilder hab ich von Haifischen gemacht - einerseits, weil es hier wirklich SEHR viele gab (dazu kommt später auch noch ein extra "Special"), und andrerseits, weil sie eben sehr faszinierende Wesen sind.
die ersten Haie sind mir beim allerersten Schnorchelgang
bald mal begegnet

und kurz darauf war ich ziemlich "umzingelt"

aber es waren fast ausschließlich Schwarzspitzen-Riffhaie;
das heißt klein (1 bis 1,5 Meter) und ungefährlich

um nicht zu sagen "scheu"

oder gar "feige"

An diesem Strand schnorchelte ich mit ihnen
in knöcheltiefem Wasser


später wurden sie mit Essensresten gefüttert,
dabei habe ich einige gestreichelt   :)

ihre Haut fühlt sich an wie Schmirgelpapier

auch hier waren es nicht gerade wenig, ich glaub auf
diesem Bild sieht man sechs Stück

dennoch hab ich SEHR lange gebraucht, bis
ich endlich ein Bild hatte, auf dem ein Hai
direkt auf mich zukommt; sie sind wie gesagt
nicht besonders mutig, und drehen, sobald
sie einen Menschen sehen, sofort ab

Das hier (auf Fotos sieht man es ja wegen der
fehlenden Größenvergleichsmöglichkeiten nicht)
war ein Baby-Hai, nicht länger als einen halben Meter

Und zum Schluss hier in der Haiabteilung mal zwei andere Arten:
ein grauer Riffhai, ca. zweieinhalb Meter lang, im offenen Wasser,


und ein Weißspitzen-Riffhai



Wenn wir mal bei den Raubfischen bleiben, sind jetzt Barrakudas dran. Beim Tauchen an der immer selben Stelle war am Einstiegsplatz immer ein Schwarm Barrakudas, manchmal war ich wirklich sehr nahe dran an ihnen, fast schon mitten im Schwarm. Und es waren GROSSE Barrakudas, die hatten mehr als eineinhalb Meter...






Weitere große Fische: Napoleons, die auch fast 2 Meter Länge hatten, und Trevallys (Stachelmakrelen)





Noch immer relativ groß: Stachelrochen, da waren gerade in der Schnorchelbucht vor meiner Pension einige unterwegs, mindestens fünf (so viele habe ich zumindest auf einmal gesehen). Die werden, wie die Haie, auch bald noch einmal einen Auftritt haben.









Nun kommen die Muränen - teils auch noch ganz schön kapitale Dinger; den Großteil des Körpers sieht man ja meist gar nicht:





Bei zwei Tauchgängen haben wir je eine Schildkröte angetroffen; ich bin mir fast sicher, dass es beide Male dieselbe war.







Nicht mehr ganz so große Fische, dafür aber jedes Mal viele: Schwärme
Langnasen-Doktorfische; die werden auch bald noch
einmal wiederkehren, leider in einer traurigen Rolle

so sieht es aus, wenn man mitten in einen Schwarm roter Schnapper
gerät, die gerade von einem Boot aus gefüttert werden



in der allgemeinen Hektik hat mir einer dieser Burschen mit
der Schwanzflosse sogar eine Ohrfeige verpasst; das war gar nicht ohne...


die allgemeinen Wimpelfische sind Schwarmfische, hier hängen
sie so schief, weil die Strömung so stark ist

die kenn ich nicht beim Namen, ich sage immer "Hasenfische"
zu ihnen, weil sie diese braunen Seitenflossen sehr oft beim
Schwimmen aufstellen, das sieht dann fast aus wie Hasenohren 

ein ziemlich großer Schwarm Makrelen in der Brandung

Flötenfische

Hornhechte




Als nächstes hätten wir da die Kugelfische und Igelfische, auf Englisch wird da kein Unterschied gemacht, das sind alles "pufferfish", also "aufblasbare" Fische:
ein Riesen-Kugelfisch

"Schau mir in die Augen, Kleines" -
ein sehr neugieriger Igelfisch, dem ich dann doch nicht
interessant genug war,

denn er kehrte mir den stachelbewehrten Rücken zu


Jetzt kommen ein paar einzelne Fische, die schwer in eine Kategorie einzuordnen sind:
Flunder

einzelgängerischer Flötenfisch

Rotfeuerfisch

Hornhecht


Clown-Doktorfisch, den find ich sehr hübsch

Steinfisch - mal versuchen, das Auge und den Mund zu finden!

ein hübsch hellblau gefärbter Papageifisch

der meiner Meinung nach hübscheste von allen:
der Picasso-Drückerfisch



Ein paar Nicht-Fisch-Bilder:
weißer Seestern

weiße Seegurke

sehr außergewöhnliche Korallen-Stein-Kombination, sieht
fast aus wie ein Gehirn auf einem Elchgeweih, bzw. wie
die Aliens in "Mars Attacks"


Jetzt sind die Falterfische an der Reihe, und die sind sehr "vielfältig", wenn man es so ausdrücken will, damit meine ich nicht nur, dass es viele Arten gibt:
Sie sind ja sehr hübsch anzuschauen, und die hier
(Doppelsattel) waren auch sehr zutraulich und haben

mit mir fast so eine Art Fangenspiel gemacht,
immer wenn ich nach ihnen griff schwammen sie
ein wenig weg, kamen aber dann gleich wieder her

also einerseits hübsch und drollig und sehr fotogen
(Fähnchen-Falterfisch)

da denkt man, sie sind richtige Unschuldslämmer und könnten
keiner Fliege was zuleide tun (Masken-Wimpelfische)

aber dann findet man plötzlich eine größere Ansammlung von ihnen

und wenn man genau hinschaut, knabbern sie gerade an den
Resten anderer Fische...   :o


und dann biegt man um die nächste Ecke, und trifft wieder einen
(pazifischer Wimpelfisch), und der tut wieder ganz unschuldig,
als könnte er kein Wässerchen trüben - Meister der Verstellung


Es bleiben noch ein paar ganz kleine Fischlein übrig, die bilden jetzt den Abschluss:
für mich ist er der "Steinsitzer" - diese Kleinen sitzen immer auf
Korallen oder Steinen und versuchen, so unbeweglich und damit
so unauffällig wie möglich zu sein; ihre richtigen Namen klingen
äußerst bedeutend dafür, dass sie nur so um die 4cm lang sind, nämlich:
Monokel-Korallenwächter
bzw.
Augenbogen-Büschelbarsch


Dreibinden-Preußenfische in ihrer Heimatkoralle

und ein winziges Schleimfischlein


Ein kleines da capo muss aber auch sein, denn wir wollen nicht vergessen, dass ich in Rangiroa auch Delfine getroffen habe:






PS: heute ist wieder mal ein Jubiläum, denn heute, am 8. Februar, sind es genau 4 Monate, dass ich zu meiner Reise aufgebrochen bin!


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